Im Kita-Streik geht es nicht nur um Geld sonder auch um die Gesundheit der Erzieherinnen und Erzieher, nämlich einen Gesundheitstarifvertrag.
Ver.di verweist beim Streik für den Gesundheits-Tarifvertrag auf eine Repräsentativbefragung, wonach nur 26 Prozent der Beschäftigten damit rechnen, dass sie gesund das Rentenalter erreichen.
Bereits im ersten Verhandlungsgespräch zur Entgeltordnung am 26.01.2009 hat ver.di neben der Forderung nach Einkommensverbesserungen auch die Forderung nach einem Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung eingebracht. Ende März wurde der Tarifvertragsentwurf den Arbeitgebern übersandt. Am 21.04.2009 gab es einen weiteren Verhandlungstermin. Bis heute haben Arbeitgeber nicht erklärt, ob sie überhaupt bereit sind zum Thema Gesundheitsförderung Verhandlungen aufzunehmen.
Aus diesem Grund hat ver.di am 07.05.2009 die Urabstimmung über einen unbefristeten Durchsetzungsstreik eingeleitet. Das Ergebnis der Urabstimmung wird am 14.05.2009 bekannt gegeben. Ziel ist, die Arbeitgeber zu diesem Thema an den Verhandlungstisch zu zwingen.
Den Arbeitgebern wirft ver.di vor, Verhandlungen über einen solchen Gesundheitstarifvertrag hinauszuzögern. Das weisen diese zurück. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hat erklärt, sie wolle sich am 27. Mai zu den Forderungen äußern. An diesem Tag findet in Berlin die vierte Runde der Eingruppierungsverhandlungen für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst statt.
Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) setzt sich ebenfalls ganz besonders für die Gesundheit dieser Berufsgruppe ein: „Wir helfen bei den aktuellen fachlichen Diskussionen und stehen beratend für die Ausarbeitung eines Gesundheitstarifvertrags für Erzieherinnen und Erzieher zur Verfügung. Darin könnten die gesetzlichen Bestimmungen, darunter das Arbeitsschutzgesetz, präzisiert und ein entsprechender Rahmen für die betriebliche Gesundheitsförderung formuliert werden”, so Jochen Protzer, Hauptgeschäftsführer des Verbands.
Als Präventionsexperten und Gesundheitsmanager helfen Betriebsärzte auch in Kommunen, kirchlichen und freigemeinnützigen Einrichtungen den Beschäftigten als Arzt und den verantwortlichen Führungskräften als Berater bei arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen und in allen Fragen des Gesundheitsschutzes. |